La Palma
La Isla Verde - ein Paradies für Naturliebhaber
Reiseeindrücke Februar 2026

La Palma liegt im äußersten Nordwesten der Kanarischen Inseln – 445 Kilometer vor der afrikanischen Küste und etwa 1.500 Kilometer von Gibraltar entfernt. Die herzförmige, nur 708 qkm große Insel ist 46 Kilometer lang und 28 Kilometer breit und hat eine 155 Kilometer lange Küstenlinie.
Etwa 83.500 Einwohner hat die Insel – rund zehn Prozent davon Deutsche. In der Hauptstadt Santa Cruz de La Palma leben etwa 16.000 Einwohner.
Die Insel wird nicht ohne Grund „La Isla Verde“ genannt: Lorbeerwälder im Norden, die Vulkankette der Cumbre Vieja im Süden, schwarze Sandstrände, schroffe Felsen, Lavafelder und Naturbuchten. Seit 2002 ist La Palma UNESCO-Biosphärenreservat – und gilt als eine der ursprünglichsten Kanareninseln.
Dienstag, 17.02.2026 Santa Cruz de Palma
Der Anflug beginnt spektakulär – endet jedoch abrupt. Dunst liegt in der Luft, die Sicht ist schlecht. Der Pilot startet durch. Zweiter Anflug. Diesmal klappt es. Willkommen auf La Palma.
Das Phänomen, dass die Luft durch den Sand diesig ist, wird als Calima bezeichnet und ist für La Palma nicht ungewöhnlich. Dabei handelt es sich um einen Sandsturm, der aus der Sahara kommt und einen feinen Wüstensand über die Kanarischen Inseln transportiert. Während des Calimas sinkt die Luftfeuchtigkeit, und die Sicht wird stark beeinträchtigt, was zu einem diesigen Himmel führt.

Nach der Übernahme des Mietwagens fahren wir in die Inselhauptstadt Santa Cruz de La Palma. Beim Bummeln durch die Gassen der Altstadt vermuten wir zunächst, dass auch die Straßen von Sand überzogen sind. Tatsächlich handelt es sich bei der weißen Puderschicht jedoch um Spuren des gestrigen „Weißen Karnevals“. Bei der sogenannten „Polvos“-Tradition bewerfen sich Tausende Menschen gegenseitig mit Talkumpuder. Straßen und Plätze verschwinden in weißen Wolken. Kleidung, Haare, Gesichter – alles wird eingestäubt. Es gilt der Dresscode ganz in Weiß: Leinenanzüge, weiße Kleider, Strohhüte, Sonnenschirme und koloniale Eleganz bestimmen das Bild. Schade, obwohl wir sonst so gar keine Karnevalfans sind, hätten wir uns dieses Spektakel gerne angesehen.
Heute wirkt die Stadt müde. Viele Geschäfte bleiben geschlossen.

Einen ersten kleinen Eindruck der Altstadt erhalten wir bei unserem Bummel. Adels- und Bürgerhäuser mit kunstvoll geschnitzten Holzbalkonen zeugen von der Blütezeit der Stadt als wichtiger Handelshafen im 16. Jahrhundert.
Besonders gefällt uns der Plaza Alameda. Im Hintergrund erhebt sich ein originalgetreuer Nachbau der “Santa Maria”, mit der Kolumbus in die Neue Welt segelte, auch wenn er nie auf La Palma war.
An der Uferpromenade ist aktuell leider eine Baustelle. Ein Blick auf den künstlich angelegten Strand gelingt uns dennoch. Mit dem für La Palma typischen schwarzen Sand lädt der Strand eher zum Flanieren als zum Baden ein. Schön anzusehen sind einige herausgeputzte, blumengeschmückte Häuserfassaden. In einer kleinen Bistrobar stärken wir uns, lassen die Atmosphäre auf uns wirken und beobachten die vielen deutschen Kreuzfahrttouristen, die für einen Tag La Palma erkunden.
Anschließend beziehen wir erst einmal unser Domizil. Das Casa El Obispo liegt oberhalb von Santa Cruz und empfängt uns mit herrlichem Blick über das Meer und einen grünen Garten. Ankommen. Durchatmen.
Nur leider müssen wir auch noch Einkaufen. Der nächstgelegene Supermarkt hat heute zu, so dass es erneut nach Santa Cruz geht. Dumm gelaufen! Und der winzige offene Supermarkt hat nur ein ein karges Angebot.
Mittwoch, 18.02.2026 Nordosten- San Andrés y Sauces
Ein schöner Start in den Tag: Frühstück auf der Terrasse bei Sonnenschein, Wolkenspektakel und Atlantikblick.
Unsere erste Erkundungstour geht an die Ostküste, vorbei an unzähligen, in Treppen angebauten Bananenplantagen. Einen näheren Einblick erhalten wir an der Puerto Paja.

La Palma lebt vom Anbau von Bananen, Avocados, Mandeln, Orangen und Tabak.
An der Ostküste entdecken wir die Playa de Nogales – einer der schönsten Naturstrände der Kanaren. 500 Meter schwarzer, feiner Vulkansandstrand, eingerahmt von grün überzogenen Steilklippen.

Der Abstieg vom Parkplatz über zahlreiche Treppen lohnt sich. Absolut grandios.
Ein Abstecher nach San Bartolomeo lohnt sich. Die kleine historische Kirche San Bartolomé (etwa 1514) liegt im Ortsteil La Galga (Puntallana). Dahinter gibt es einen Aussichtspunkt mit einem fantastischen Blick auf die Barranco de La Galga, die Küstenlinie und San Andrés.

In San Andrés y Sauces schlendern wir durch ein malerisches Dorf mit bunten Häusern. Dahinter beginnt der Lorbeerwald. Leider ist die geplante Wanderung aufgrund einer Sperrung nicht möglich. Stattdessen laufen wir durch einen Lavatunnel zum künstlichen Wasserfall Los Tilos und durchs Flussbett zurück. Nicht spektakulär – aber atmosphärisch.

In Sauces sehen wir uns das bekannte Meerwasserschwimmbad Charco Azul an. Dieses natürliche Meerwasser-Becken aus schwarzem Lavagestein wird vom Atlantik gespeist.
Ein Abstecher bringt uns zur Destillerie Ron Aldea, wo wir eine Flasche lokalen 17-jährigen Rum kaufen.
Donnerstag, 19.02.2026 Südosten: Brena Alta
Die Breña Alta ist ein zerklüftetes Gelände. Hier wandern wir durch dichten Lorbeerwald. Nachdem wir den Roque Niquiomo erklommen haben, werden wir von einer gigantischen Aussicht belohnt.

Über dem Meer hängen Wolken. Nur die Spitze des Teide, des höchsten Berges Spaniens auf Teneriffa durchbricht die weiße “Watte”. Das Wolkenmeer – ein typisches Phänomen der Insel. Die Passatwinde stauen feuchte Luft an den Berghängen. Darüber scheint die Sonne.
Auf dem Weg nach El Paso fahren wir durch eine wunderbare Vulkanlandschaft. Farbenfroh leuchtend erheben sich grüne Kiefern vor dem schwarzen Sand. Schroffes Lavagestein erinnert an eine Mondlandschaft.

Von einem Aussichtspunkt kann man sehr schön auf den neuen Krater des Tajogaite blicken. Er entstand durch den Vulkanausbruch vom 19. September 2021, dem jüngsten auf der Insel. Nach 85 Tagen Aktivität endete der Ausbruch, ein neuer Berg war entstanden und viele Wohnhäuser in der Nähe zerstört.
Für einen spätes Lunch steuern wir El Paso an. Der Berg Ort liegt spektakulär in circa 700 m Höhe am Fuß der Caldera-Wand und ist angeblich bei deutschen Einwanderern sehr beliebt. Die kleine Altstadt ist ausgestorben und es gibt viele Baustellen. In der kleinen Bar Angelés stärken wir uns mit einem delikaten, frisch zubereiteten Avocado-Käse-Toast.
Freitag, 20.02.2026 – Südwesten: Todoque - Caños de Fuego - Puerto Naos

In Todoque sind die Spuren des oben erwähnten Ausbruchs von 2021 noch sichtbar, auch wenn schon wieder neue Häuser am Hang entstanden sind.

Wir besichtigen die „Caños de Fuego“ und steigen hinab in Vulkanröhren. Es handelt sich um die erstarrte Lava, die bei der Eruption des Vulkans San Juan im Jahr 1949 austrat. Kristalle und Lavastalaktiten schmücken die Höhlen. Eine spannende, geführte Tour.

Der kleine Ferienort Puerto de Naos an der Westküste hat einen sehr schönen 600 m langen Sandstrand. Die schön angelegte Promenade lädt zum Verweilen ein.
Im Restaurant Las Olas genießen wir einen leckeren Imbiss mit Meerblick und Meeresrauschen.

Weiter südlich erkunden wir die Vulkane San Antonio (1677) und Teneguía (1971). Der Kraterrand des San Antonio ist zur Hälfte begehbar – 150 Meter tief fällt der Blick in den Kegel. Außerdem blickt man auf den 1971 entstandenen Vulkan Teneguía. Daneben liegen die Salinas de Fuencaliente. Die letzten aktiven Salinen der Insel liegen direkt an der Küste neben den Leuchttürmen (El Faro).
Die Gegend ist bekannt für Weinbau auf Vulkanasche. In der Bodega Carballo probieren wir drei Weine, werden aber keine Fans, einzig der Dessertwein Malvasia dulce gefällt uns.
Samstag, 21.02.2026: Villa de Mazo - Santa Cruz
Heute wollen wir nicht wieder so viel Autofahren. So fahren wir zum kleinen Ort Villa de Mazo.

Es gibt ein paar typische Häuser und eine schöne Kirche. Doch die Iglesia Parroquial de San Blas können wir wieder einmal nur von außen ansehen.
Der Ort ist für Kunsthandwerk bekannt und beherbergt die Escuela de Artesania, eine Kunsthandwerkschule, die in einem prächtigen Herrenhaus untergebracht ist. Die Produkte werden auf dem Bauernmarkt (Mercadillo) in der Markthalle von El Pueblo angeboten, der jedes Wochenende stattfindet. Mit der Besichtigung sind wir allerdings schnell fertig.
In Santa Cruz dagegen pulsiert am heutigen Samstag das Leben. Wir schlendern durch die lebhaften, schönen Gassen vorbei an den tollen typischen Häusern mit gedrechselten Holzbalkonen.

Erfreulicherweise hat die Iglesia del Salvador am Plaza de España geöffnet. So können wir nicht nur das Renaissance-Portal, sondern auch die beeindruckende Holzdecke im Mudejar-Stil im Innern bewundern.
Auch die kleine Markthalle besuchen wir und decken uns mit Tomaten und frischen Avocados für das Abendessen auf der Terrasse des Appartements ein.
Sonntag, 22.02.2026 Westen: Los Llanos - Parque Nacional de la Caldera de Taburiente
In Los Llanos de Aridane besuchen wir zunächst den Parque Antonio Gómez Felipe.

Die Anlage wurde vom Künstler Luis Morera farbenfroh und fantasievoll gestaltet – mit Mosaiken, Skulpturen und dekorativen Elementen, die den kleinen Garten sehr sehenswert machen. Der Stil erinnert sehr an die Mosaikkunstwerke von Gaudi in Barcelona. Ein schönes Kleinod.
In der Altstadt von Los Llanos de Aridane findet man einige typisch bunte Häuser. Besonders lebhaft ist es rund um den Plaza de España. Ein Blick in die von außen strahlend weiße Kirche Iglesia Nuestra Señora de Los Remedios (Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut) lohnt sich. Im Inneren der dreischiffigen Basilika gibt es eine schöne Holzdecke im Mudejar-Stil sowie prächtige barocke Retabeln, Heiligenfiguren und Schnitzereien.

Dieser zentrale Platz mit tollen Lorbeerbäumen wird von Cafés und Restaurants eingerahmt.
Weiter geht es zum Parque Nacional de la Caldera de Taburiente.

Die Caldera de Taburiente ist ein riesiger, halbkreisförmiger Erosionskrater (Durchmesser: ca. 9 km). Trotz des Namens ist sie kein klassischer Vulkankrater, sondern ein riesiger Erosionskessel vulkanischen Ursprungs. Viele Berge und steile Felswände rahmen den bis zu 1.500 m tiefen Krater ein.
Der Nationalpark ist nur zu Fuß zu erkunden. Wir wandern vom Parkplatz La Cumbrecita durch wunderbare Kiefernwälder und genießen einige sehr schöne Ausblicke. Über 1.000 Kilometer markierte Wanderwege durchziehen die Insel – La Palma ist ein Paradies für Wanderer.
Montag, 23.02.2026 Norden: Parque Nacional de la Caldera de Taburiente
Heute fahren wir in den Norden der Insel. Eine äußerst kurvige Straße führt erneut in den Parque Nacional de la Caldera de Taburiente und bietet einzigartige Panoramablicke über die Landschaft und das Meer. Leider fehlt heute der Weitblick.
Kurvenreich geht es weiter. Von einigen Aussichtspunkten hat man einen tollen Blick in die Vulkanlandschaft. Auf fast 2000 m über dem Meeresspiegel steht das Monument "zur Unendlichkeit", das "Monumento al Infinito" des renommierten kanarischen Künstlers César Enrique. Die elf Meter hohe schmiedeeiserne Skulptur wurde 1985 anlässlich der Einweihung des Astrophysikalischen Observatoriums vom Roque de Los Muchachos installiert.
Den höchsten Punkt bilden alte Vulkanschlote, die der Erosion von Wind und Wasser standgehalten haben. Ein spektakuläres, äußerst farbenfrohes Naturschauspiel.

Unser Ziel ist der Roque de los Muchachos, der den nordwestlichen Rand der Caldera bildet und der höchste Punkt der Insel (2.426 m) ist. Zwischen 2.350 und 2.400 Metern Höhe befindet sich das berühmte Roque-de-los-Muchachos-Observatoriums, eines der besten astronomischen Beobachtungszentren Europas und perfekt für Sternbeobachtung in 200 wolkenfreien Nächten im Jahr.

Der Berg gehört zum Parque Nacional de la Caldera de Taburiente und bildet den nordwestlichen Rand der Caldera. Vom Roque de los Muchachos kann man (bei klarer Sicht) die Nachbarinseln Teneriffa, El Hierro und La Gomera sehen.
Ein letztes Highlight erwartet uns in Garafía mit einer spektakulären, wilden Küstenlandschaft. Der ehemalige Hafen Puerto Santo Domingo ist bekannt für den aus dem Meer ragenden Felsen Roque de Santo Domingo.

Vom Mirador Santo Domingo führt ein Wanderweg hinab. Einige nach Aussteigern anmutende Unterkünfte sind in die Felswände gebaut und auch eine (leider geschlossene) Bar gibt es. Unten rauscht die raue Brandung. Nicht nur die steilen Klippen sind spektakulär, auch die Vegetation ist beeindruckend. Ein gelbes Blütenmeer und kakteenartige Gewächse überziehen das schwarze Lavagestein.
Fazit
La Palma ist keine klassische Badeinsel. Der Tourismus ist angenehm zurückhaltend – keine Hotelburgen, sondern kleine Orte, Landhäuser und Ferienwohnungen, besonders im Aridane-Tal. La Palma ist jung. Wild. Ursprünglich. Das Preisniveau auf der Insel ist angenehm moderat, man kann in durchaus guten Restaurants für unter 20 Euro gut speisen.
Sie ist eine Insel für Entdecker. Für Wanderer (es gibt über 1.000 Kilometer gut ausgebaute Wanderwege). Für Naturfreunde. Für Sternengucker.
La Isla Bonita – und vielleicht die ursprünglichste der Kanaren.