Österreich-Tour
Tour durch Österreich
Salzkammergut - Wachau - Wien
Reiseeindrücke April 2026
Freitag, 17. April 2026 Salzkammergut: Hallstatt am Hallstätter See - Altmünster am Traunsee
In Stuttgart haben wir gestern unser neues Auto abgeholt. Mit dem CLA 350EQ sind wir nun erstmalig rein elektrisch unterwegs. Erfreulicherweise mit voll aufgeladener Batterie und nach sehr umfangreicher Fahrzeugeinweisung.
So machen wir uns mit einem guten Gefühl auf ins Salzkammergut.

Nach den ersten positiven Erfahrungen mit einer Schnell-Ladesäule legen wir einen Stopp in Hallstatt am Hallstätter See ein. Der Ort wird von steilen Felswänden eingerahmt. Den besonderen Reiz des Ortes macht jedoch nicht nur seine spektakuläre Lage am See aus. Nach einem verheerenden Feuer wurde Hallstatt ab 1750 vollständig im späten Barockstil wieder errichtet.
Ein schönes Beispiel ist die katholische spätgotische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, die hoch über dem Marktplatz, direkt am steilen Felsen liegt. Im Innern gibt es zwei beeindruckende Flügelaltäre mit kunstvollen Holzschnitzereien.

Daneben liegt der historische Friedhof mit einem Beinhaus (Ossuarium). Aus Platzmangel auf dem Friedhof wurden die Schädel nach einigen Jahren aus den Gräbern genommen, bemalt und beschriftet. Für eine Besichtigung sind wir um 15:30 h leider schon zu spät dran. Im Internet finden wir dafür einige Fotos, die uns einen guten Eindruck des Totenkults vermitteln.
In der Region um Hallstatt wurde bereits im 2. Jh. v. Chr. systematischer Salzabbau betrieben, das älteste Salzbergwerk der Welt prägte den Ort und gab einer ganzen Epoche (850–500 v. Chr.) ihren Namen, die so genannte 'Hallstätter Kultur'. Intensiver können wir uns mit der Salzgeschichte leider nicht beschäftigen, da die Salzwelten Hallstatt und die Salzbergbahn wegen Umbau bis Sommer 2026 geschlossen sind. Leider ist auch der Skywalk, der 360 Meter über dem Ort einen fantastischen Blick über den Hallstätter See und die ihn einrahmenden Berge bieten soll, davon betroffen. Und das historische Museum im Ortszentrum ist ebenfalls an diesem Tag nicht mehr geöffnet.
Dennoch ist Hallstatt auch aktuell ein Touristenmagnet und offensichtlich bei Asiaten besonders beliebt. Die Gastronomie und die Geschäfte verstehen es mit ihrer gehobenen Preispolitik, das auszunutzen.
Für uns geht es weiter nach Altmünster am westlichen Ufer des Traunsees. Hier haben wir für zwei Nächte im Hotel Rittertal ein Apartment gemietet. Der kleine Ort hat knapp 10.000 Einwohner und ist touristisch nicht überlaufen.

Der Traunsee liegt sehr idyllisch auf einer Höhe von 422 m ü. NN am Nordrand der nördlichen Kalkalpen. Er ist mit knapp 25 qkm der viertgrößte österreichische See und mit 191 m sogar der tiefste See Österreichs. Historisch war auch der Traunsee eng mit dem Salzhandel verbunden und spielte eine wichtige Rolle im Transportwesen des Salzkammerguts.
Wir genießen noch etwas Sonne an der schön angelegten Seepromenade, bevor wir zum Abendessen gehen.
Samstag, 18.04.2026 Salzkammergut: Traunsee
Auf einer sehr schönen Wanderung in die Kaltenbachklamm wollen wir heute den Traunsee erkunden. Die ausgewählte Tour beginnt in Traunstein am gegenüberliegenden Seeufer. Leider haben wir angesichts des schönen Wetters nicht als einzige diese Idee. So wird es etwas schwierig einen Parkplatz zu finden. Selbst der völlig überteuerte Wanderparkplatz (15 €/Tag) ist schon belegt. Erfreulicherweise gibt es noch nette Menschen. An einer Pension fragen wir, ob wir einen der Gästeparkplätze nutzen dürfen und dürfen auf einer nahegelegenen Wiese parken.
Die Wanderung führt durch einen schönen Wald. Im Hintergrund blicken wir auf den Traunsee und passieren schöne Felsformationen. Highlight der Tour ist die Kaltenbachwildnis, die ihren Namen vom derzeit ausgetrockneten Kaltenbach hat. Doch zur Zeit der Schneeschmelze wird er zu einem kleinen Wildbach, der sich tief in das kleine Tal eingeschnitten hat. Wunderschöne Felstürme und -nadeln sind die Ergebnisse der Erosion im Kalkstein. Stege, Treppen und Brücken führen durch die wildromantische Schlucht.

Nach der schönen Wanderung besichtigen wir das Kloster Traunkirchen. Es ist ein ehemaliges Kloster der Benediktinerinnen, das seinen Reiz insbesondere durch die idyllische Lage auf einer kleinen Halbinsel am Traunsee hat. Ein kurzer Weg führt hoch zur Johannesbergkapelle.
Auf der Terrasse des Hotelrestaurants „Post am See“ genießen wir noch etwas den Blick auf den See. Das kulinarische Angebot ist preislich leider unverschämt abgehoben.

Abends fahren wir nach Gmunden. Die kleine Stadt liegt direkt am See und hat eine sehr schön ausgebaute Uferpromenade, sie ist das touristische Zentrum der Region. Im skurrilen Restaurant 'Brot und Wein' essen wir passabel, können aber aus der dazugehörigen Weinhandlung eine schöne Flasche Rotwein gegen ein kleines Korkgeld genießen.
Sonntag, 18.04.2026 Wachau: Dürnstein
Eine Tour auf dem Donauradweg hat uns 2013 auch durch die Wachau geführt. Die Wachau ist eine der schönsten Regionen Österreichs und gehört mit seinen Weinbergen, mittelalterlichen Orten und vielen Outdoor-Möglichkeiten zum UNESCO-Welterbe. Die schöne Landschaft hat uns damals so sehr gefallen, dass wir noch einmal zum Wandern wiederkommen wollten.

Nun haben wir uns für zwei Tage in Dürnstein eingemietet. Unser Quartier 'Pension Altes Rathaus' liegt mitten in der Altstadt von Dürnstein. Der kleine Ort hat kaum 1.000 Einwohner und ist aufgrund seiner sehr schönen Altstadt, der Burgruine und der Stiftskirche beliebter Anlegepunkt für Flusskreuzfahrtschiffe auf der Donau. Entsprechend ist es mittags sehr lebhaft in der kleinen Altstadt.

Zunächst steigen wir hinauf zur Burgruine (Richard Löwenherz soll hier gefangen gehalten worden sein) und genießen einen schönen Blick über die Donau-Landschaft.
Bei einsetzendem Regen besichtigen wir anschließend das Stift Dürnstein. Die Besichtigung des barocken Klosters, das nicht zuletzt wegen seines markanten blauen Kirchturms bekannt ist, lohnt sich sehr. Es gibt eine sehr informative Audio-Führung. Sehr lohnenswert.
Anschließend machen wir eine kleine Weinprobe in der Altstadt und erfreuen uns an den tollen Weinen, vor allem die hier verbreiteten Grünen Veltliner.
Nach einer Siesta speisen wir im „Alten Klosterkeller“ traditionelle Küche.
Montag, 19.04.2026 Wachau: Welterbesteig Weißenkirchen - Spitz
Der gesamte Welterbesteig ist 180 km lang und führt durch 14 Gemeinden auf beiden Seiten der Donau. Das UNESCO Welterbe verbindet so die malerischen Landschaften und kulturellen Schätze der Wachau.

Für die Erkundung haben wir uns eine Etappe von Weißenkirchen nach Spitz ausgesucht. Ein sehr schöner Streckenabschnitt, der uns immer wieder schöne Blicke auf die Flusslandschaft und die Weingärten bietet. Nach einem kleinen Rundgang durch den kleinen Ort Spitz fahren wir mit dem Bus wieder zurück nach Weißenkirchen, wo unser Auto parkt.

Die Wanderung durch die Weinberge hat uns Lust gemacht, weitere Weine zu verkosten. Hierfür bietet sich die Domäne Wachau in Dürnstein an, wo es nicht nur eine Schnellladesäule für unser Elektroauto, sondern auch hervorragende Weine gibt. Bei der Domäne handelt es sich um eine Genossenschaft. Doch anders als bei uns bislang bekannten Winzergenossenschaften wird hier sehr viel Wert auf Handwerk, Terroir und Präzision gelegt. Die Domäne Wachau gilt als eines der bedeutendsten Weinguts Österreichs und hat biologisch bewirtschaftete Weingärten, die weitgehend von Hand bearbeitet werden. So gibt es eine Vielzahl von hochwertigen Weinen, die uns durch fachkundiges Personal näher gebracht werden. Am Ende kaufen wir zwei Kisten Wein und freuen uns auf den Genuß daheim.
Dienstag, 21.04.2026 Wien
Nur eine gute Stunde dauert die weitere Fahrt nach Wien. Unser erster Programmpunkt ist das berühmte Schloss Schönbrunn.

Von unserem Wien-Besuch 2003 haben wir die Schlossbesichtigung der prunkvollen Hofgemächer noch in guter Erinnerung. Heute werden wir nicht nur aufgrund der Touristenmassen und der Ticketpreise enttäuscht. Bereits der Vorplatz mit vielen Marktständen (Reste des Ostermarkts) erinnert uns an einen Jahrmarkt. Die angebotenen Führungen/Besichtigungen sind sehr teuer (wer alles sehen will, zahlt über 80 Euro pro Person!). Wir entscheiden uns für die State Apartments, mit 24 Euro das günstigste Ticket. Mit einem Audioguide durchlaufen wir die kaum möblierten Räume und werden mit Filmen in die Geschichte eingeführt. Ziemlich enttäuschend.
Nachdem wir im Aparthotel Vienna City eingecheckt und das Auto günstig geparkt haben (Empfehlung: Repark.at – hier findet man Parkplätze im Stadtgebiet für 13 €/Tag) besuchen wir das KunstHausWien - Museum Hundertwasser.

Das von Friedensreich Hundertwasser gegründete Museum zeigt die weltweit größte ständige Sammlung seiner Werke. Und natürlich ist auch das von Hundertwasser gestaltete Gebäude fabelhaft. Ein pures Vergnügen und mit einer überschaubaren Anzahl an Touristen.
Abends genießen wir ein tolles Konzert der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter Paavo Järvi mit Mao Fujita am Klavier im schönen Gebäude des Wiener Musikvereins, da wo immer das Neujahrskonzert stattfindet.
Mittwoch, 21.04.2026 Wien
Vom Hotel aus schlendern wir durch den Stadtpark in Richtung Altstadt und bewundern einige der schönen Musikerskulpturen.

Ein besonderes Highlight ist die Besichtigung der Karlskirche, in der wir nicht nur das Deckenfresko und die Aussicht auf Wien von der Kuppelterrasse genießen (informative Audioguide-Führung).

In der Altstadt angekommen, besuchen wir auch die Peterskirche, in der gerade ein Orgelkonzert beginnt. So genießen wir erst die Musik, bevor wir auch hier das Deckenfresko von Rottmayr bewundern. Ganz in der Nähe steht die berühmte Pestsäule.

Der Stephansdom darf auf einer Wien-Besichtigung natürlich auch nicht fehlen. Entsprechend gut besucht ist das Gotteshaus und inzwischen wird Eintritt verlangt, um den inneren Teil zu besichtigen.
Die Albertina ist eines der bedeutendsten Kunstmuseen Europas und diesmal haben wir einen Besuch fest eingeplant. Zunächst schlendern wir durch die Prunkräume der Habsburger, also die ehemaligen, sehr schön präsentierten Wohnräume von Erzherzog Albrecht. Hier hängt auch die grafische Sammlung mit Werken von Albrecht Dürer (weltberühmt ist der Feldhase), Leonardo da Vinci und Michelangelo. Grandios!
Sehr gut gefällt uns die aktuelle Ausstellung „Monet bis Picasso“. Ein sehr informativer Audioguide führt uns in die grandiosen Werke ein. Für uns ein toller Kunstgenuss.
Einmal wollten wir eine Aufführung im Burgtheater erleben. Die Zauberflöten-Inszenierung von Nils Strunk, die ausdrücklich angibt, keine Oper zu sein, gefällt uns leider überhaupt nicht. Die als erfrischend moderne, humorvolle Mischung aus Schauspiel, Musical und Zirkusrevue beschriebene Aufführung ist schlicht banal und uninteressant.

Als wir frühzeitig die Aufführung verlassen haben, hatten wir Gelegenheit, die „Feststiege“ (das Treppenhaus des Burgtheaters - auch große Logentreppe genannt) alleine zu erkunden. Der Treppenaufgang wird von berühmten Deckengemälden von Gustav Klimt und seinem Bruder Ernst Klimt geschmückt. Beeindruckend und entschädigt uns ein wenig für unseren kulturellen Fehlgriff.
Donnerstag, 21.04.2026 Wien
Wir setzen unsere Stadtbesichtigung fort. Auf dem „Hohen Markt“ lohnt sich ein Blick auf die Ankeruhr im Jugendstil (1911–1914). Die sogenannte Brückenuhr verbindet zwei Gebäude.
Anschließend schlendern wir durch das Börsenviertel. Als ein Juwel unter den Prachtbauten Wiens gilt das Palais Ferstel. Im Jahr 1860 als neues Bank- und Börsengebäude eröffnet, galt das prachtvolle Palais als das modernste und teuerste Haus Wiens. Der erst 27-jährige Architekt Heinrich von Ferstel gab dem Bau seine einzigartige, venezianisch-florentinische Note. Hiervon erhalten wir nur einen kleinen Eindruck in der schönen Einkaufspassage in diesem Gebäude.
Nach einem kurzen Blick in Schottenkirche speisen wir im Café Landtmann traditionell einen Kaiserschmarrn und genießen dazu einen Café Melange.
Durch den Burggarten geht es rund um die Hochburg.
Eine kleine Auszeit von den Touristenströmen bietet uns die Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste. Das großartige Museum begeistert uns mit seinen grandiosen Werken von Rubens, Cranach d. Ä. und vielen holländischen Künstlern. Die Informationen des Audioguide sind auch hier sehr gut. Das Highlight ist das Weltgerichts-Triptychon von Hieronymus Bosch. Nur wenige Touristen haben sich hierher verirrt, wir können es fast ganz alleine und sehr intensiv bewundern.
Abseits der Touristenpfade essen wir abends in der Nähe unseres Hotels sehr schön wienerisch im Restaurant 'Edlingers Tempel'.
Freitag, 24.04.2026 Wienerwald - Stift Heiligenkreuz
Heute nehmen wir uns eine kleine Auszeit von der Großstadt-Hektik (Touristen-Detox) und fahren in den berühmten Wienerwald, ein stadtnahes großes Erholungsgebiet, ausgezeichnet als UNESCO-Biosphärenpark.

Wir beginnen unsere Wanderung am Stift Heiligenkreuz und sind zunächst angesichts des Lärms der nahen Autobahn etwas enttäuscht. Zweimal führt der Weg direkt unter der Autobahn entlang. Aber im weiteren Verlauf genießen wir dennoch im Sonnenschein die schöne Landschaft. Insgesamt eine Wohltat!

A propos Genuß. Im Anschluss genießen wir ein fabelhaftes Mittagessen im Garten des Restaurants „Stockerwirt“ in Sulz.
Zurück in Wien fahren wir zunächst zum bekannten Wiener Zentralfriedhof. Dieser riesige Friedhof wurde 1874 eröffnet und zählt mit einer Fläche von fast zweieinhalb Quadratkilometern und rund 330.000 Grabstellen mit rund drei Millionen Verstorbenen zu den größten Friedhofsanlagen Europas.

Er beherbergt tausende Ehrengräber berühmter Persönlichkeiten, besonders aus Musik, Kunst und Kultur. Zu den bekanntesten Ruhestätten zählen die Komponisten Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Johannes Brahms sowie die Musiker Falco (Johann Hölzel) und Udo Jürgens. Weitere bekannte Persönlichkeiten dort sind z.B. Curd Jürgens und Theo Lingen.
Samstag, 25.04.2026 Wien
Auf dem Weg zum Esterházy-Park kommen wir am wunderschönen Secessionsgebäude vorbei.

Reichlich Trubel herrscht auch heute wieder auf dem Naschmarkt. Zusätzlich gibt es hier heute einen Trödelmarkt.
Sehenswert im Esterházy-Park ist einer der ehemaligen Flaktürme aus dem Zweiten Weltkrieg. Hierin befindet sich heute das Haus des Meeres.

In einem Dachaufbau ist das Café Ocean Sky untergebracht. Von der Dachterrasse hat man einen tollen Ausblick auf die Wiener Skyline.
Anschließend geht’s zum Museumsquartier. Im Leopold Museum schauen wir uns die aktuelle Sonderausstellung über Gustav Courbet an. Toll!
Es gibt natürlich noch viele weitere tolle Werke, aber für uns ist weniger mehr., die meisten Werke des ständigen Ausstellung ignorieren wir. Nur einen kleinen Einblick der Egon Schiele Ausstellung nehmen wir aber noch mit.
Zum Abschluss unseres Wien-Aufenthaltes haben wir Tickets für eine Konzert im Wiener Konzerthaus, „Bach in Space“ mit der Pianistin Mona Asuka, die Stücke von Bach spielt, die auf einer großen Leinwand illustriert werden durch Bilder aus dem Weltraum, die von der NASA und der ESA zur Verfügung gestellt wurden, ein sehr beeindruckendes, meditatives, sphärisches Multimedia-Erlebnis.
Mit diesen schönen Eindrücken verlassen wir Wien, um mit einem Zwischenstopp in München wieder nach Hause zu fahren.
Letzte Aktualisierung: Mai 2026 - © Anke Schlingemann und Detlef Hälker
